Zen Meditation
Zazen
Zazen – die Sitzmeditation. Japanisch, aus za = das Sitzen, der Sitzplatz und Zen. Eine Zen Meditations-Periode besteht im Allgemeinen aus zwei Mal Sitzen, unterbrochen von Gehen – Kinhin, sowie abschließender Rezitation. Zazen ist in der Regel die Hauptpraxis der zen-buddhistischen Tradition. Sie ermöglicht Körper und Geist zu beruhigen, zutiefst vertraut zu werden mit sich selbst und bereitet den Boden für Erfahrungen wie Kenshō bzw. Satori. Im Sōtō wird Zazen gleichgesetzt mit Erleuchtung.
Eihei Dōgen Zenji – Meister Dōgen (* 26. Januar 1200 in Uji; † im Spätsommer 1253 in Kyōto) war ein Lehrer des japanischen Zen-Buddhismus und einflussreicher Abt. Er übertrug die Chan-Schule mit der rituell und kollektiv geübten Sitzmeditation Zazen aus China nach Japan. Da er die Anerkennung als Meister von einem Patriarchen der Caodong-Richtung erhielt, gilt er als der erste japanische Patriarch des sog. Sōtō-Zen, doch betrachtete er sich nicht als Gründer einer neuen „Sōtō-Sekte“, sondern nur als Erneuerer der ursprünglichen, authentischen Buddha-Lehre, die er auf einer Chinareise entdeckt zu haben meinte.
Aus dem Fukanzazengi – Shobogenzo von MeisterDogen Das Zazen von dem ich rede, ist nicht das Erlernen der Meditation, sondern die Lehre des tiefen Friedens und der wahren Freude, die Praxis und Verwirklichung vollkommenen Erwachens. Zazen ist die Offenbarung der letztendlichen Wirklichkeit. Fallen und Netze können es niemals einfangen. Wenn ihr einmal sein Herz erfasst habt, so seid ihr wie der Drache, der ins Wasser taucht und wie der Tiger, der ins Gebirge vordringt
Kinhin
Kinhin ist im Zen-Buddhismus die Meditation im Gehen oder das Gehen in Achtsamkeit und Bewusstheit.
Geist
Wenn der Geist auf nichts verweilt, erscheint der wahre Geist. Diamantsutra
Genauso, wie die richtige Atmung nur aus einer korrekten Haltung hervorkommen kann, fließt die Geisteshaltung ganz natürlich aus einer tiefen Konzentration auf Körperhaltung und Atmung.
Im Zazen ziehen die Bilder, die Gedanken, die mentalen Gebilde, die aus dem Unbewußten entspringen, wie Schatten vor einem Spiegel vorbei und verschwinden auf natürliche Weise. Wenn man persönliche Gedanken nicht unterhält, erscheint, jenseits des Denkens, das Hishiryo-Bewußtsein.
Dieser Zustand ist nicht der eines speziellen Bewußtseins, sondern die Rückkehr zum ursprünglichen Zustand. Ohne zu versuchen, die Wahrheit zu erreichen, oder die Illusionen abzuschneiden, manifestiert sich das universelle Bewusstsein auf natürliche Weise. Durch die Zazen-
Wenn man die richtige Haltung beibehält und eine tiefe und ruhige Atmung praktiziert, kann die Wirklichkeit des Lebens gespürt werden, welche das ganze Universum durchdringt.
Haltung
Um Zazen zu üben, setzt man sich auf ein Kissen (Zafu), die Beine so gut es geht gekreuzt oder auf einen Stuhl oder auf ein Sitzbänkchen als weitere Alternative, je nach körperlichen Verfassung .
Das Becken ist nach vorn geneigt, so dass die Knie gegen den Boden drücken. Von dieser Basis aus richtet die Wirbelsäule sich auf, man stößt mit dem höchsten Punkt des Schädels gegen den Himmel. Das Kinn ist zurückgezogen, der Kopf ist gerade, die Schultern locker. Der Blick ist gesenkt.
Die Zungenspitze liegt vorn am Gaumen an.
Die linke Hand liegt auf der rechten Hand, die Handflächen zeigen nach oben. Die Daumen berühren sich leicht, und sie sind waagerecht. Die beiden Hände liegen auf den Schenkeln, und die Handkanten haben Kontakt zum Unterbauch.
Auf diese Weise sind die Bedingungen für die vollständige Unbeweglichkeit geschaffen. Man sitzt in dieser Haltung und konzentriert sich auf die Atmung.
Jedes Detail der Haltung hat eine tiefe Bedeutung. Die Körperteile sind voneinander abhängig und beeinflussen sich gegenseitig.Dank der großen Stabilität der Haltung ist es möglich, lange Zeit unbeweglich zu bleiben und sich vom kosmischen Leben durchdringen zu lassen.
Atem
Wenn Ihr Euch der Ausatmung übergebt und Euch von der Einatmung anfüllen lasst, in einem harmonischen Kommen und Gehen, bleibt nichts als ein Zafu unter dem leeren Himmel, das Gewicht einer Flamme. Koun Eno
Beim Zazen spielt die Atmung eine wesentliche Rolle. Die Ausatmung ist ruhig, nicht wahrnehmbar und gibt einen langsamen, kräftigen und natürlichen Rhythmus vor. Die Einatmung kommt von selbst. Sie ist kürzer als die Ausatmung. Während Zazen verlangsamt sich der Atemrhythmus wie auch der Herzrhythmus; das Blut und die inneren Organe werden besser mit Sauerstoff versorgt.
Die Ausatmung entwickelt große Energie in Höhe der Taille, der Nierengegend und der Hüften. Der Übende kann diese Atmung im Alltag beibehalten, denn der Körper nimmt sie letztlich an. Die Meister vergleichen die Atmung beim Zazen oft mit dem Muhen einer Kuh oder der Atmung eines Babys, das schreit, wenn es zur Welt kommt.
Die kurze Einatmung und die langsame und kraftvolle Ausatmung sind Zeichen und Ursache von Stärke und Vitalität. Im Gegensatz dazu deutet eine oberflächliche und kurze Ausatmung auf Schwäche und depressive Zustände hin. Wenn die Atmung gut ist, werden alle Dinge des Lebens leicht. Wenn Körper und Geist verbunden sind, fegt eine tiefe, langsame, ruhige, kraftvolle Atmung alle Kompliziertheit des Mentalen weg. Der Geist wird klar wie ein wolkenloser Himmel.
Zitate
„Menschen des Weges vergessen nie, das Zazen das Herz des Weges ist. Zazen bedeutet einfach nur zu sitzen. Körper und Geist vollkommen zu öffnen, sich einzig in der Wirklichkeit zu konzentrieren, und die Gewohnheiten des Karma fallen zu lassen.“ Tendo Nyojo (1163-1228)
„Den Weg Buddhas zuverstehen, bedeutet sich selbst zu verstehen. Sich selbst zu verstehen, bedeutet sich selbst zu vergessen. Sich selbst zu vergessen, bedeutet eins zu sein mit den zehntausend Dingen.“ Eihei Dogen (1200-1252)
Was ist Zen? Wenn einer fragt, was ist das wahre Zen, ist es nicht nötig, dass ihr den Mund öffnet, es zu erklären. Zeigt alle Aspekte eurer Zazenhaltung, dann wird der Frühlingswind wehen, und die wunderbare Pflaumenblüte öffnet sich. Daichi Sokei
Zen ist die lebendige Erfahrung der Erweckung Buddhas, die sich in der Praxis von Zazen verwirklicht und von da aus in allen Bereichen des Lebens fortwirkt. Das Wort Zen bezeichnet die Klarheit des nicht begrenzten Geistes, in der alle dualistischen Kategorien des unterscheidenden Bewusstseins aufgehoben sind: Ich und Welt, Geist und Materie, Form und Essenz, Existenz und Zeit.
Zazen Es bedeutet einfach in der Haltung Buddhas zu sitzen, konzentriert auf den Körper, die Atmung, und sich ganz der ungeteilten Wirklichkeit des Augenblicks zu öffnen. Jedes Detail der Haltung hat eine tiefe Bedeutung: Im richtigen Gleichgewicht, unbewegt, ohne etwas zu suchen oder zu fliehen, bleibt der Geist vollkommen präsent in der reinen, unbegrenzten Gegenwart des Seins. An nichts haftend, findet der Mensch in der Erfahrung der grundlegenden Einheit zurück zum ursprünglichen Frieden. Auf natürliche Weise entfalten sich Weisheit, Energie und wahres Mitgefühl, über alle Verstrickungen und Gegensätze hinaus, in Harmonie mit dem kosmischen Leben.
Zenist weder eine Theorie noch das Erlernen einer speziellen Methode. Es ist nichts anderes als die Rückkehr zum Normalzustand von Körper und Geist, die Verwirklichung des ursprünglichen Gleichgewichts unserer Existenz. Zwar hat sich das Zen innerhalb einer der ältesten Traditionen der Menschheit, dem Buddhismus, entwickelt, doch ist die Essenz seiner Botschaft von universaler Bedeutung. Frei von Dogmen, nicht gebunden an einen bestimmten kulturellen oder historischen Kontext, richtet es sich direkt und unmittelbar an das Herz des Menschen, der in der Stille des Zazen tief vertraut wird mit sich selbst, seiner wahren Natur, und so zu tiefer innerer Freiheit findet, dem wahren Glück seines Lebens.